Was ist Kaufsucht?

Kaufsucht ist eine psychische Störung, welche gekennzeichnet ist durch:

  • eine ständige Beschäftigung mit dem Kaufen oder den Impulsen zu kaufen, was als störend und sinnlos empfunden wird.
  • Kaufen von Sachen, die man sich nicht leisten kann oder nicht braucht.

Kaufsucht ist dabei von gelegentlichen Frustkäufen abzugrenzen, die sehr viele Menschen schon einmal getätigt haben, um kleine Probleme des Alltags auszugleichen. Dieses Verhalten ist normal; man gönnt sich etwas. Es wird jedoch kritisch, wenn dieses Verhalten eine Regelmässigkeit entwickelt.

Gemeinsamkeiten mit anderen Abhängigkeitserkrankungen

Beim pathologischen (krankhaften) Kaufen sind viele Gemeinsamkeiten mit anderen Abhängigkeitserkrankungen zu beobachten:

  • Ein starker Wunsch bzw. ein Zwang einkaufen zu gehen
  • Entzugserscheinungen, wenn man nicht einkaufen gehen kann (z.B. Kopfschmerzen, Nervosität oder Unruhe)
  • Steigerung der Intensität des Kaufverhaltens, d.h. Aufwendung von mehr Zeit und Geld (Toleranzentwicklung)
  • Vernachlässigung anderer Pflichten
  • Entgleiten des Kaufverhaltens, d.h. „Kaufräusche“ mit Kontrollverlust

Menschen mit einer Kaufsucht geniessen die euphorischen Glücksgefühle, die das Kaufen auslöst; unabhängig davon, was gekauft wird. Oft werden die erworbenen Güter später kaum benutzt, achtlos weggeräumt oder verschenkt.

Kaufen schafft ein Erleben, das zum Beispiel

  • innere Leere oder eine depressive Stimmung stabilisieren kann.
  • als Ersatz für Anerkennung wirkt oder
  • als Trost und Belohnung bei einem niedrigen Selbstwert dienen kann.