Suchtpotential von Computerspielen

Machen alle Computerspiele süchtig?

Es gibt Spiele, die über ein größeres Suchtpotenzial verfügen als andere. Aber elektronische Spiele allein machen ein Kind nicht süchtig. Es gibt immer mehrere Gründe, warum jemand sehr viel spielt oder spielsüchtig wird. Und meist hängen diese Gründe mit dem realen Leben des Betroffenen zusammen. Junge Menschen, die selbstunsicher sind, über wenig Sozialkompetenz verfügen, oft frustriert oder einsam sind, sind anfälliger dafür Zuflucht in der Welt der elektronischen Spiele zu suchen. Wenn diese Personen dann häufig ein elektronisches Spiel spielen, das über ein erhöhtes Suchtpotential verfügt, kann sich eine Sucht entwickeln.

Gibt es Spiele, die ein höheres Suchtpotential haben als andere und woran erkenne ich sie?

Elektronische Spiele allein machen nicht automatisch süchtig. Manche Spiele verfügen aber über ein höheres Suchtpotenzial als andere. Insbesondere Online-Rollenspiele, wie World of Warcraft, haben ein eher höheres Suchtpotential und sind weltweit sehr beliebt.

Merkmale von Spielen mit eher höherem Suchtpotential:

Gemeinschaft

Viele Onlinespiele sind so angelegt, dass sie nur im Team, in der „Gilde“, erfolgreich absolviert werden können. Vielfach setzen sich die Spieler dabei gegenseitig unter Druck und haben die Erwartung an die anderen Mitspieler des Teams, möglichst lange und oft online dabei zu sein. Dabei berücksichtigen sie nicht, welche anderen Interessen oder Verpflichtungen man selbst oder die anderen Mitspieler haben, denen sie nachgehen sollten. Das Ausklinken fällt dann dem einzelnen schwer.

Glücksfaktor

Die Spiele bieten in unvorhersehbaren Abständen eine besondere Belohnung in Form von Auszeichnungen oder Sonderausstattungen, z.B. seltenen Waffen. Um diese Chancen nicht zu verpassen, spielen manche immer weiter.

Wunschbild

Die Spiele bieten die Möglichkeit, sich so zu präsentieren, wie man gerne wäre, z.B. stark, mächtig, sportlich. So können Selbstzweifel, Schüchternheit, Angst vor Ablehnung oder Wut auf andere überwunden werden. In den Fantasiewelten finden auch „Aussenseiter“ eine Zuflucht, in der sie als Helden gesehen werden.

Unendlichkeit

Wenn Spiele rund um die Uhr weiterlaufen, wollen Spieler oft nicht aufhören, weil sie Angst haben, etwas zu verpassen. Die monatliche Gebühr kann auch zu einer erhöhten Nutzung des Internets führen, da sich das eingezahlte Geld schließlich auch lohnen soll.

Gibt es Kennzeichen auf der Spielverpackung, die auf ein erhöhtes Suchtpotential eines Spiels hinweisen?

Nein, es gibt dazu keine Warnhinweise auf Spielverpackungen. Auch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die elektronische Spiele prüft und festlegt, für welches Alter sie freigegeben werden, trifft keine Aussage über das Suchtpotenzial eines Spiels und gibt keine pädagogische Empfehlung zu dem Spiel ab.

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