Behandlung

Wenn Sie merken, dass Sie es alleine nicht schaffen Ihren Internetkonsum in den Griff zu bekommen, sollten Sie sich professionelle Hilfe holen. Auch wenn das Wissen darüber heute noch nicht so verbreitet ist wie bei anderen Suchterkrankungen, gibt es gute Behandlungsangebote für die Internetsucht.

Inhalte einer Behandlung

In der Therapie lernen Betroffene:

  • die Hintergründe des schädigenden Konsums besser zu verstehen.
  • verantwortlich mit dem Internet und anderen Lebensbereichen umzugehen.
  • Alternativen zum exzessiven Internetgebrauch zu entdecken und Rückfällen vorzubeugen.

Ziele der Behandlung einer Internetabhängigkeit sind:

  • eine starke Reduzierung der Online-Zeiten.
  • eine Veränderung der Nutzungsgewohnheiten und Aufbau alternativer Verhaltensweisen.
  • eine Erweiterung des zuvor eingeengten persönlichen Handlungsspielraums.
  • ein (Wieder)Aufbau vernachlässigter Aktivitäten und sozialer Kontakte.

Ziel eines veränderten Nutzungsverhaltens soll sein, einen angemessenen, zweckgebundenen Umgang mit dem Internet/Computer zu lernen, d.h. die betroffene Person

  • hat Kontrolle über die Zeit, die sie im Internet verbringt.
  • hat Kontrolle über die Inhalte, die sie sich anschaut.
  • trennt die Erlebnisse und Verpflichtungen in der realen Welt von der virtuellen Welt.
  • nutzt das Internet nur vorübergehend zur Entspannung oder Unterhaltung.
  • hat alternative Freizeitbeschäftigungen und intensive reale Beziehungen.

Parallel wird es wichtig sein, Auswege aus evt. zusätzlich bestehenden psychischen Problemen zu erarbeiten. Die Totalabstinenz ist im Gegensatz zu Alkohol oder Drogen ein unrealistisches Ziel, da es sich bei der Internetsucht um eine übertriebene Ausprägung eines an sich normalen und sinnvollen, im Alltag fest verankerten Verhaltens handelt.

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Stationäre Therapie

Eine stationäre Therapie in einer Klinik kann sinnvoll sein, wenn beispielsweise

  • eine akute Krisensituation vorliegt
  • zusätzlich psychiatrische Symtome vorliegen
  • eine ambulante Therapie nicht den erwünschten Erfolg brachte oder
  • wenn die Lebenssituation besonders schwierig und belastend ist.

Diese dauert in der Regel ca. 4-8 Wochen. Durch den geregelten Ablauf im Klinikalltag entsteht ein Abstand zu früheren Lebens- und Verhaltensweisen. Mit Unterstützung können Betroffene wichtige Änderungsschritte in die Wege leiten.

Nach der stationären Therapie erfolgt in der Regel eine ambulante Nachbetreuung, mit dem Ziel, Erlerntes in den Alltag umzusetzen und die Fortschritte langfristig erhalten zu können.

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Gruppenangebote

Die Ambulanz für Verhaltenssüchte (AfV) in den Universitären Psychiatrischen Kliniken bietet eine therapeutisch geführte Gruppe für Personen, die Probleme mit dem Konsum von PC/Internet haben.

Interessierte können sich unter folgender Nummer (Sekretariat) melden:

Tel. +41 61 325 50 92 oder

E-Mail: info.verhaltenssuechte@upkbs.ch
Website: Ambulanz für Verhaltenssüchte

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