Risiken des Heroinkonsums

Heroin ist eine sehr stark körperlich und psychisch abhängig machende Substanz. Zudem ist auf Grund der unklaren Reinheit und somit Dosierbarkeit des Strassenheroins der Spielraum zwischen der berauschenden und der tödlichen Dosis sehr klein.

Heroin macht rasch körperlich abhängig und führt beim Absetzen zu Entzugssymptomen. Das bringt Konsumenten dazu, erneut Heroin zu kosumieren, um den Entzugsbeschwerden zu entgehen. Die wiederholte und andauernde Zufuhr von Heroin führt zu einer allmählichen Wirkungsverminderung („Toleranzentwicklung“), weshalb zur Erzielung der gleiche Wirkung die Dosen erhöht werden müssen.

Heroinüberdosis - Intoxikationen

Todesfälle durch eine Überdosis Heroin – oft in Verbindung mit anderen Substanzen – kommen weiterhin vor, obwohl die Zahl der Drogentoten seit 1995 abgenommen hat.

Üblicherweise sind klinisch drei Hauptsymptome erkennbar:

  • Bewusstseinstrübung
  • Verminderte Atmung (flach, unregelmässig, weniger als12 Atemzüge pro Minute)
  • Stark verengte Pupillen

Weitere klinische Zeichen einer Überdosierung sind:

  • Abgeschwächte Reflexe
  • Schwacher Puls
  • Tiefer Blutdruck

Bei Verdacht auf eine Heroinintoxikation ist ohne zu zögern der Notarzt (Tel 144) zu rufen, da es zu einer Minderdurchblutung und mangelnder Sauerstoffversorgung kommt.

nach oben

Nebenwirkungen durch verunreinigtes Strassenheroin

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Juckreiz
  • Krampfanfälle
  • Bewusstlosigkeit
  • Schockzustände, die sofort nach dem Konsum auftreten und mehrere Stunden anhalten können

Wenn Sie den Verdacht haben, verunreinigtes Heroin konsumiert zu haben, kontaktieren Sie umgehend einen Arzt. Sicherheit geht wie immer vor!

nach oben

Spezifische Risiken nach Konsumform

  • Injektionen: Übertragung von Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis C, Pilze und Bakterien, Venen- und Gewebsentzündungen, Blutvergiftungen und Abszesse.
  • Rauchen: Schädigung von Bronchien und Lunge, die atemlähmende Wirkung des Heroins unterdrückt den Hustenreiz und das Abhusten, was zu einer Verschleimung der Lunge führen kann.
  • Sniffen: Schädigung der Nasenscheidenwände und –schleimhäute, Infektionen durch das gemeinsame Benutzen von Ziehröhrchen (Herpes, Hepatitis, HIV).

Achtung Infektionsrisiko!

Insbesondere beim Gebrauch von Spritzen besteht die Gefahr, dass Infektionskrankheiten übertragen werden, wenn Injektionsutensilien gemeinsam benutzt werden. HIV, aber auch verschiedene Formen von Hepatitis können so übertragen werden.

Unmittelbare Lebensgefahr!

Strassenheroin kann für Erstkonsumierende wie für Dauergebrauchende lebensgefährlich sein: Die Folgen einer Überdosierung, aber auch individuelle Unverträglichkeit der Substanz selbst oder der Streckmittel können zum Tod durch Vergiftung führen. Zudem kann die Vermischung mit anderen Drogen die Gefahr einer lebensbedrohlichen Situation erhöhen.

nach oben

Wechselwirkung von Heroin mit anderen Drogen

Es kann ausschliesslich Heroin konsumiert werden (Monokonsum) oder Heroin wird mit weiteren bewusstseinsverändernden Substanzen (multipler Substanzkonsum, Mischkonsum) zu sich genommen. Grundsätzlich sind die Risiken beim Mischkonsum schwerer einzuschätzen und höher als beim Monokonsum.

Heroin & Alkohol/Benzodiazepine

Durch eine Potenzierung der Nebenwirkungen von beiden Substanzen kann es zu komatösen Zuständen sowie einer lebensbedrohlichen Lähmung von Atmung und Herztätigkeit kommen. Dies gilt nicht nur für die Kombination von Heroin mit Alkohol, sondern für alle Substanzen mit zentral dämpfender Wirkung, d.h. neben Alkohol auch Opioide, Benzodiazepine etc.

Heroin & Kokain ("Cocktail")

Diese Mischung wird in in der Szene oft "Cocktail" genannt, wenn es intravenös aplliziert wird. Die Wirkung von Kokain tritt zuerst auf und intensiviert die durch den Heroinkonsum ausgelöste Euphorie und die durch den Kokainkonsum möglichen Angstzustände werden angeblich abgeschwächt. Dies birgt die Gefahr, zusätzliche Dosen von einer der beiden Substanzen einzunehmen, was das Risiko einer lebensbedrohlichen Überdosis deutlich erhöht. Beim Mischkonsum von Heroin und gerauchtem Kokain in Fom von „Crack“ oder „Freebase“, das in der Regel mehrfach und rasch aufeinanderfolgend inhaliert wird, steigt das Risiko einer Überdosierung und damit verbunden kann es zum Atemstillstand kommen.

nach oben