Heroin und Schwangerschaft

Konsum von Strassenheroin während der Schwangerschaft kann zu vielfältigen, ernst zu nehmenden Komplikationen und Risiken führen. Das Strassenheroin mit samt vieler gesundheitsgefährdender Streckmittel gerät über die Plazenta in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes.

Heroinkonsum und Verhütung

Bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille ist es möglich, dass die empfängnisverhütende Wirkung der Pille abgeschwächt wird. So können vor allem Verunreinigungen im Heroin zu Erbrechen führen, was dazu führen kann, dass zu wenig Wirkstoff der Pille in den Blutkreislauf gelangt. Dadurch ist eine Schwangerschaft möglich.

Um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden ist es deshalb wichtig, dass Sie sich bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille zusätzlich mit Kondomen oder anderen nicht-hormonellen Verhütungsmethoden schützen.

Heroin konsumierende Frauen erkennen die Anzeichen einer Schwangerschaft oftmals sehr spät

Mögliche Gründe dafür sind, dass sie Übelkeit und Erbrechen für Entzugssymptome halten und die Monatsblutung bei ihnen auch ohne Schwangerschaft oftmals ausbleibt. Dadurch konsumieren die Frauen auch „unwissentlich“ während der ersten Schwangerschaftsmonate mit erheblichen Risiken. Bei einem abrupten Entzug ist der Fötus einem gesundheitsgefährdenden Stress ausgesetzt und leidet mit. Da das Strassenheroin zudem wegen seiner hohen Verunreinigung mit Streckmitteln eine genaue Dosierung des enthaltenen Heroins verunmöglicht, können unbeabsichtigt schwere Intoxikationen auftreten, die das ungeborene Kind gefährden.

Risiken für die Schwangere

  • Vorzeitige Wehen
  • Vorzeitige Ablösung der Plazenta
  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt

Risiken für den Fötus

  • Wachstumsverzögerung
  • Störung der Sauerstoffversorgung

Risiken für das Neugeborene

  • Frühgeburt (Hirnschäden, Atemprobleme)
  • Niedriges Geburtsgewicht und geringer Kopfumfang
  • Entzugssymptome (exzessives Saugen, Muskelkrämpfe, Fieber, Schlaf- und Ernährungsstörungen)
  • HIV- und Hepatitis-Risiko bei infizierter Mutter

Opioidgestützte Substitutionsbehandlung für schwangere Frauen

Würde bei schwangeren Frauen das zugeführte Heroin (oder ein anderes Opioid) in reiner Form, regelmässig und in gleichbleibender Dosierung eingenommen, ist nicht von einer Schädigung des ungeborenen Kindes auzugehen. Im Wissen darum wird deshalb bei heroinabhängigen Schwangeren nicht ein Entzug sondern eine opioidgestützte Substitutionsbehandlung empfohlen. Da hierbei pharmazeutisch reine, genau dosierbare Substanzen eingesetzt werden, wird das Kind nicht geschädigt, es besteht jedoch kein Schutz gegenüber gesundheitsgefährdender Intoxikationen und Entzugserscheinungen.

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