Konsumformen

Auf welche Weise wird Cannabis konsumiert?

  • Die häufigste Konsumform ist das Rauchen von Joints. Dabei wird das zerbröselte Haschisch oder Marihuana meist mit Tabak vermischt und zu einer Zigarette gedreht.
  • Darüber hinaus werden Cannabisprodukte über Wasserpfeifen geraucht, wobei je nach Art und Benutzung der Pfeife eine Rauschintensivierung möglich ist.
  • Eine weitere Konsumform ist das Auflösen von Cannabisprodukten in Tee oder das Verbacken in Keksen (bekannt unter der Bezeichnung „Spacecakes“).

Zeitpunkt des Wirkungseintritts

Der Zeitpunkt des Wirkungseintritts hängt von der Konsumform ab:

  • Geraucht setzt die Wirkung meist am schnellsten innerhalb weniger Minuten ein, da der Wirkstoff sehr schnell über die Atemwege aufgenommen wird. Nach ca. 15 Minuten erreicht die Wirkung ihr Maximum und klingt nach 30-60 Minuten langsam ab bis nach ca. 2 bis 3 h die Wirkung weitestgehend nachgelassen hat.
  • Gegessen oder getrunken wird der Wirkstoff THC langsamer aufgenommen. Die Wirkung kann verzögert (nach 0.5-2h) und sehr plötzlich einsetzen, weshalb Vorsicht geboten ist. Die Wirkdauer kann dann mehrere Stunden betragen (8-14h). Es ist auch sehr davon abhängig, wie viel und was man vorher gegessen hat.

Wirkmechanismus

Der psychoaktive Hauptwirkstoff, THC, wird beim Rauchen über die Lungenschleimhaut und bei oralem Konsum über die Darmschleimhaut aufgenommen. Im Blutkreislauf wird THC in alle Organe transportiert, wobei es sich aufgrund seiner hohen Fettlöslichkeit besonders im Gewebe mit einem hohen Fettanteil ansammelt. Dadurch können THC-Spuren noch nach Wochen im Urin nachgewiesen werden.

Im Gehirn bindet THC an Cannabinoid-Rezeptoren. Eine grosse Anzahl dieser Rezeptoren befindet sich in einer Gehirnstruktur, die für das Merken neuer Inhalte zuständig ist. Man vermutet, dass Personen unter dem Einfluss von Cannabis aus diesem Grund Probleme mit der Merkfähigkeit und eine veränderte Zeitwahrnehmung haben. Weitere Cannabinoid-Rezeptoren finden sich im Kleinhirn, der Gehirnregion, die für automatische Bewegungen wie Gehen verantwortlich ist. Dieser Umstand erklärt wahrscheinlich die Koordinationsschwierigkeiten, die unter dem Einfluss von Cannabis erlebt werden.

Konsummuster

Ein Ansatz zur Beschreibung des Konsummusters ist die Unterscheidung eines eher unproblematischen (umfasst den Probier- oder Gelegenheitskonsum) von einem eher problematischen Konsummuster (beinhaltet den Gewohnheitskonsum).

Zur Beschreibung der Konsummuster werden mehrere Faktoren berücksichtigt:

  • Konsumhäufigkeit
  • Konsummenge
  • Konsumform
  • Subjektive Bedeutung des Konsums
  • Konsum weiterer Drogen

Eher unproblematisches Konsummuster

  • Konsum erfolgt einmal pro Jahr bis 2-3 Mal im Monat
  • Es wird eine niedrige Dosis konsumiert
  • Cannabis hat keine grosse oder besondere Bedeutung und bedarf keiner grösseren zeitlichen oder finanziellen Investitionen
  • Kein Konsum zusätzlicher Drogen, auch kein Mischkonsum

Eher problematisches Konsummuster

  • Konsum erfolgt (fast) täglich bis zu mehrmals täglich
  • Es wird eine hohe Dosis konsumiert
  • Konsum von Cannabis ist fester Bestandteil des Alltags und hat eine grosse Bedeutung
  • Aktuell zusätzlicher Konsum anderer Drogen, auch Mischkonsum (mit Alkohol oder anderen Drogen)

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